| Vom Kampf der Tönisvorster um den Erhalt ihres Krankenhauses von Rolf Schumacher |
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Vorgeschichte Es brodelt bereits Jetzt wird's ernst Der Bürgerwiderstand formiert sich Nachdem der Tönisvorster Stadtrat sich einstimmig für den Erhalt unseres Krankenhauses ausgesprochen hatte, fand am 23.12.1996 ein 2. Vorgespräch im MAGS statt. Aus Tönisvorst waren anwesend Bürgermeister Albert Schwarz, Stadtdirektor Günter Scheuer, und vom Krankenhaus Geschäftsführer Klaus Becker und Chefarzt Dr. med. Erich Tizek. Bei diesem Gespräch stellten unsere Vertreter fest, daß das MAGS mit alten Zahlen operierte. Die neuesten Zahlen waren dem MAGS nicht bekannt. Für unsere Vertreter war dieses Gespräch insgesamt sehr frustrierend, denn es konnte insofern kein Gespräch stattfinden, sondern die Tönisvorster Vertretung konnte nur Dinge äußern, und es wurde letzten Endes vom MAGS gesagt: "Nein, wir wollen das nicht, wir wollen das Tönisvorster Krankenhaus aus dem Krankenhausbedarfsplan herausnehmen". Nach den darauffolgenden Presseberichten zwischen Weihnachten und Silvester 1996 wurde den Tönisvorster Bürgern klar, daß es "fünf vor zwölf" ist. In einer von mir (Heimatbund St.Tönis) in einer Telefonaktion eilig einberufenen Besprechung "Aktion Krankenhaus" von acht Bürgern, sollten künftige wehrhafte Schritte gegen die Krankenhausschließung beraten werden. Zu dieser Besprechung erschienen am 2. Januar 1997 ca. 100 interessierte Bürger im Rathaus, weil auch die Presse davon vorher berichtet hatte. Von den vielen Vorschlägen der aufgebrachten Bürger wurde schließlich als erste große Reaktion vom Bürgermeister Albert Schwarz eine Einwohnerversammlung gemäß der Gemeindeordnung NRW mit dem Thema: "Krankenhaus in Tönisvorst" für den 15. Januar 1997 in der Rosentalhalle in St.Tönis vorgeschlagen, und nach einem Eilbeschluß mit anwesenden Tönisvorster Ratsmitgliedern beschlossen. Die Vorbereitungen wurden unter der Regie unseres Hauptamtleiters Rainer Fischer unter Mithilfe der Herren Günter Körschgen, Dieter Brenner, Dr. med . Rudolf Lohmeyer, Dr. med Erich Tizek, Franz Kersten, Rolf Schumacher, Albert Schwarz, Rolf Dirks, Theo Klecker und Klaus Becker in mehreren Zusammenkünften in der Gaststätte Reepen optimal geleistet. Die Einwohnerversammlung Frau Morawitz hatte eine Stunde zuvor in Kempen eine Resolutionen von Tönisvorster Bürger an den SPD-Fraktionsvorsitzenden von NRW, Herrn Matthiesen, überreicht. Herr Matthiesen hat ihr zugesagt, daß er den Inhalt der Resolution persönlich mit Herrn Minister Axel Horstmann (SPD) besprechen wird und wir dann von ihm Bescheid bekommen. Auf diesem Bescheid warten wir heute noch. Die Einwohnerversammlung wurde von Bürgermeister Albert Schwarz straff geführt. Dies
war auch nötig, denn es kam sowohl zu Applaus als auch zu Unmutsäußerungen und
gellenden "Pfui-Rufen". Die Herren vom Ministerium hatten keinen leichten Stand.
Sie schienen in einigen Sachverhalten nicht gut informiert zu sein, um nicht zu sagen
"falsch informiert". Das Tönisvorster Notarztsystem war so ein
"Fall". Hier die wörtliche Wiedergabe der Aussage von Herrn Dr. Sendler
über das Tönisvorster Notarztsystem: "Ich habe mehrfach gelesen und gehört,
daß mit einem Wegfall des Krankenhauses befürchtet wir - mehr kann man dazu nicht sagen
- , befürchtet wird, daß die notärztliche Versorgung, die Notfallrettung, hier in
Tönisvorst zusammenbricht. Jetzt gestatten Sie mir schlicht und einfach einen sachlichen,
nüchternen Hinweis an dieser Stelle. Ich weiß, daß das ein sehr sensibles Gebiet ist,
und ich persönlich wäre davon, wenn es wahr wäre, davon genauso betroffen wie Sie.
Aber, die Notfallrettung wird nicht vom Krankenhaus in Tönisvorst organisiert, sondern
vom Kreis Viersen. (Zwischenrufe) Nein, sie wird vom Kreis organisiert und der
Kreis hat diese Organisation auch dann zu vollziehen, wenn es hier kein Krankenhaus gibt.
Bis 1993 gab es auch hier nicht die Einrichtung, auf die jetzt gepocht wird." Ein Satz viel in dieser Diskussion: "Man weiß in Düsseldorf (MAGS) gar nicht, was hier vorgeht!" Eine Zwischenbemerkung Weiter mit der Einwohnerversammlung Öffentliche Ratsitzung Bürger gründen Aktionskomitee Artikel im Heimatbrief 138 - mit den Donnerwetter-Aktionen 1 bis 8 1. Aktion am 27. Februar 97: "Vitamin C". 2. Aktion am 6. März 97: "Wir geben nicht auf". 3. Aktion am 13. März 97: "Krankenkassen helft uns". 4. Aktion am 20. März 97:"Hand in Hand fürs Tönisvorster
Krankenhaus". 5. Aktion am 27. März 97: "Wir lassen uns nicht entwurzeln". 6. Aktion am 3. April 97: "Lobby für unser Krankenhaus". 7. Aktion am 10. April 97: "Kinder malen unser Krankenhaus". 8. Aktion am 17. April 97: "Wir inserieren überregional in der
Westdeutschen Zeitung". Die Berichte über die folgenden "Donnerwetter am Donnerstag"-Aktionen werden im nächsten Heimatbrief fortgesetzt. Presse, Funk und Fernsehen berichten Vorläufig letzter Stand (bei Redaktionschluß Heimatbrief 137 April 1997) Was sagt unser politisch ranghöchster Tönisvorster? Zum Schluß Fortsetzung des Artikels im Heimatbrief 138 Die Aktionen dieses Komitees unter dem Namen "Donnerwetter am Donnerstag" fanden sehr große Unterstützung bei den Tönisvorster Bürgern durch Beteiligung und Ideenvorschläge. Vor allem kam durch teilweise fast tägliche Berichterstattung große Unterstützung von der hiesigen Presse: Niederrhein-Nachrichten, Rheinische Post, Stadtspiegel und Westdeutsche Zeitung. Doch auch überregional berichteten Express und Bildzeitung sowie die Fernsehsender WDR, SAT-1 und RTL von der Ideenvielfalt dieser Aktionen und sorgten damit für einen starken Druck auf das MAGS. Zunächst berichte ich nun über die weiter fortgeführten Aktionen des Tönisvorster Aktionskomitees pro Krankenhaus unter der Bezeichnung: "Donnerwetter am Donnerstag". Aktionen: Donnerwetter am Donnerstag (Aktion 9-34) 9. Aktion am 24. April 97: "Nach Düsseldorf mit vier Betten, um unser
Krankenhaus zu retten". 10. Aktion am 1. Mai 97: "Haus der offenen Tür". 11. Aktion am 8. Mai 97: "Wir bleiben dran - Jazz und Informationen im
Mertenshof". 12. Aktion am 15. Mai 97: "Wir gehen in die Luft". 13. Aktion am 22. Mai 97: "Habt Er-barme(r)n". 14. Aktion am 29. Mai 97: "Karikaturen für eine gute Sache". 15. Aktion am 5. Juni 97: "Ökumenischer Gottesdienst" 16. Aktion am 12. Juni 97: "Probe für den Ernstfall" 17. Aktion am 19. Juni 97: "Rollender Protest auf der Kö". 18. Aktion am 26. Juni 97: "Besuch im Landtag". 19. Aktion am 3. Juli 97: "Unser bisheriger Protest" ----- 8. Juli 97, kein Donnerstag - kein Donnerwetter, aber ...: 20. Aktion am 10. Juli 97: "Sie finden uns in den Zeitungen" 21. Aktion am 17. Juli 97: "Flugblätter fürs Krankenhaus" 22. Aktion am 24. Juli 97: "Plakate für unser Krankenhaus" 23. Aktion am 31. Juli 97: "Fragebogen fürs Krankenhaus". 24. Aktion am 7. August 97: "Tips für den Notfall". 25. Aktion am 14. August 97: "1000-facher Gruß aus Tönisvorst". 26. Aktion am 21. August 97: "Rätselraten um das Krankenhaus". 27. Aktion am 28. August 97: "Der Protest geht in die Luft". 28. Aktion am 4. September 97: "Mahnwache für unser Krankenhaus". 29. Aktion am 11. September 97: "Autokorso nach Düsseldorf". 30. Aktion am 18. September 97: "Mit Rad und Tat für das Krankenhaus". 31. Aktion am 25. September 97: "Ansteckplaketten". 32. Aktion am 1. Oktober 97: "?????." 33. Aktion am 8. Oktober 97: "Wir erheben unsere Stimme". 34. Aktion am 15. Oktober 97: "Die Karten werden neu gemischt". 35. Aktion am 22. Oktober 97: "Krankenhaus aktuell". Wie steht es um unser Krankenhaus? Die Antwort entnehme ich dem Informationsblatt der 35. Aktion des Komitees. Ist unser Krankenhaus gerettet? Welche Forderungen sind mit Grundversorgung in bezug auf die Chirurgie gemeint? Ist die genannte Bettenzahl eigentlich für eine wirtschaftliche Absicherung des
Krankenhauses ausreichend? Ist das bestehende gute Notarztsystem überhaupt zu retten? Im parteipolitischen Kampf um unser Krankenhaus sprachen sich alle Tönisvorster Parteien mehrfach einstimmig für den Erhalt aus. Die vom Tönisvorster Aktionskomitee pro Krankenhaus erhobene Forderung, daß nur ein Tönisvorster Krankenhaus der Grundversorgung akzeptabel sei, übernahm der Tönisvorster Rat einstimmig, andernfalls werde geklagt! Zu Verhandlungen über die Zukunft des Tönisvorster Krankenhauses hatte am 25.
September der Vorstandsvorsitzende der AOK-Rheinland, Wilfried Jacobs, eingeladen. Aus
Tönisvorst nahmen Bürgermeister, Geschäftsführung Antoniuszentrum GmbH und der
Sprecher des Tönisvorster Aktionskomitees pro Krankenhaus teil. Außer der AOK gehörten
noch vier weitere Spitzenvertreter der Krankenkassen zur Gesprächsrunde. Die gesetzlichen
Krankenkassen haben sich danach zu einem positiven Kompromißvorschlag und eine Empfehlung
an Minister Horstmann durchgerungen. Politiker-Meinungen Daniel Kreutz, arbeits- und sozialpolitischer Sprecher der NRW Landtagsfraktion der Bündnis 90/Die Grünen informierte sich am 15. September vor Ort über die Situation im Tönisvorster Hospital. "Die besonderen Umstände des Einzelfalls seien zu berücksichtigen, und die würden im Fall Tönisvorst - im deutlichen Unterschied zu anderen Schließungsfällen - für den Erhalt sprechen." Jürgen W. Möllemann, gesundheitspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der FDP und NRW-Landesvorsitzender der FDP besuchte am 23. September Tönisvorst und referierte im Mertenshof über das Thema: "Gesundheitsreform". Möllemann sah das Hospital als leistungs- und ausbaufähig an, das Wert auf Innovation lege. Er sehe gute Gründe, daß es aufgrund sachlicher Gründe erhalten bleiben könne. Walter Schöler, Bundestagsabgeordneter der SPD führte zahlreiche Gespräche in Düsseldorf. "Wäre der Minister frei von seinem Umfeld, hätte er längst für das Tönisvorster Krankenhaus entschieden." "Die Grundversorgung muß gewährleistet bleiben, ebenso wollen wir die Arbeitsplätze sichern." "Aufgabe der Stadt ist es, sich im Falle eines negativen Bescheides auf den Klageweg zu begeben." "Eine Schließung wäre endgültig und würde für die in NRW seit der kommunalen Neugliederung einwohnermäßig am stärksten expandierenden Stadt (Tönisvorst) mittel- und langfristig Chancen und Notwendigkeiten zunichte machen." Bei Redaktionsschluß dieses Heimatbriefes war die endgültige Entscheidung durch Minister Horstmann (SPD) noch nicht bekanntgegeben worden. Sollte sie negativ ausfallen, wird den Tönisvorstern dazu schon etwas einfallen. "Der Widerstand muß weitergehen!" sagen die Tönisvorster Bürger. Er wird weitergehen! Notfalls bis zur nächsten Wahl und wenn erforderlich auch noch darüber hinaus. Klagebegleitende Ideen sind bereits genug vorhanden. Artikel im Heimatbrief 139 - mit den Donnerwetter-Aktionen 36 bis 56 Wer hätte gedacht, daß die Tönisvorster Bürger so einen langen Atem brauchen! Aber das Tollste daran ist, daß sie nicht nachlassen in ihrem Kampf, sich ihr Krankenhaus zu erhalten und den Mitarbeitern des Antoniuszentrums die Arbeitsplätze zu sichern. Diese Form der Bürger-Eigeninitiative hat in St.Tönis historische Vorbilder. Bereits der Bau des "Armenkrankenhauses" an der Kempener Straße (heute Gelderner Straße) im Jahre 1845 war nur durch großzügige Schenkungen hochherziger St.Töniser Bürger, insbesondere des Ackerers Matthias Inger aus Benrad, möglich geworden. Auch im Jahre 1912, als nach ca. anderthalbjähriger Bauzeit das neue Krankenhaus an seinem heutigen Platz gebaut wurde, wurde die komplette Einrichtung des Krankenhauses, welche für die Behandlung von 52 Patienten eingerichtet war, in Höhe von 43.253,76 Mark (das sind nach heutiger Kaufkraft rund 3 Millionen DM) durch erneute Spenden der St.Töniser Bürgerschaft finanziert. Die heutigen St.Töniser sind es ihren Vorfahren einfach schuldig, das, was diese früher wegbereitend unterstützt haben, heute vehement bestanderhaltend zu verteidigen. Dies geschieht auch in einer Weise, die allerorts Beachtung findet, und auch von den zuständigen überörtlichen Entscheidungsträgern für "Sein oder Nichtsein" unseres Krankenhauses, sicherlich bemerkt und nicht spurlos an ihnen vorbeigehen wird. Im Folgenden berichte ich nun in lockerer Folge über die von Tönisvorst ausgehenden Aktionen und Bemühungen der Bürger und Institutionen, soweit sie mir bekannt wurden. Dabei stehen sicherlich an Häufigkeit und Medienwirksamkeit die weiter fortgeführten Aktionen des Tönisvorster-Aktionskomitee pro Krankenhaus unter der Bezeichnung: "Donnerwetter am Donnerstag" im Vordergrund. 36. Aktion am 30. Oktober 1997: "Wee stond tusame". 37. Aktion am 9. November 1997: "Der runde Tisch". * Die UWT bedankte sich in einem offenen Brief an Chefarzt Dr. Erich Tizek für seinen unermüdlichen Kampf um den Erhalt des Krankenhauses und machte darüber hinaus deutlich, daß das Krankenhaus für die UWT allererste Priorität besitzt und eine elementare und unverzichtbare Einrichtung in der Stadt ist. * Der SPD-Vorstand sprach sich für den Erhalt des Krankenhauses und den Arbeitsplätzen aus. Man sei gewillt, gegen eine Auflösung zu klagen, finanzielle Mittel für ein Kompromißmodell seien vorhanden. Nach einem Brief an Gesundheitsminister Dr. Axel Horstmann hofft man auf ein Signal aus Düsseldorf. * Die CDU-Stadtfraktion fordert in einer Presseerklärung, die Altschulden des Krankenhauses und des Seniorenheims so schnell wie möglich zu tilgen, um die finanzielle Lage der GmbH zu stabilisieren. Bürgermeister Albert Schwarz: "Fürs Antoniuszentrum muß ein gesundes, wirtschaftliches Fundament errichtet werden." Eine "engere Zusammenarbeit" zwischen Krankenhaus und Stadtverwaltung sei erforderlich. 38. Aktion am 13. November 1997: "Wir bringen Licht in die Dunkelheit".
* Der in St.Tönis wohnende SPD-Bundestagsabgeordnete Walter Schöler machte in einem Schreiben an das Aktionskomitee deutlich, daß die Weichen für den Erhalt des Krankenhauses gestellt sind. Daß aber jetzt die örtlichen Politiker die Verhandlungen in einem absehbaren Zeitraum zum Abschluß bringen müßten. Wenn die Krankenkassen eingelenkt hätten, so sei das in erster Linie ein Verdienst des Aktionskomitees. Es müsse noch in diesem Jahr möglich sein, mit den Krankenkassen eine Rahmenvereinbarung zu treffen mit dem Ziel, die besprochene Struktur festzuschreiben. Erst eine derartige Rahmenvereinbarung ermögliche es dem Ministerium, das formelle Verfahren in Düsseldorf abzuschließen. Nach dem letzten Telefonat mit dem Staatssekretär und persönlichen Gesprächen mit Minister Horstmann in den letzten Wochen habe er den Eindruck, daß Düsseldorf kurzfristig entscheiden möchte und darauf wartet, daß Verhandlungsergebnisse vorgelegt werden. Nochmals warnt er vor einer Privatisierung des Krankenhauses. Zum Glück sei vor knapp einem Jahr der Vertrag mit einem Interessenten nicht zustande gekommen. Der befinde sich nämlich mittlerweile in Konkurs. Walter Schöler wünscht sich die Fortführung der Arbeit des Aktionskomitees und die Bündelung aller Kräfte, um bald zu einem positiven Ziel zu kommen. 39. Aktion am 20. November 1997: "100 Sterne für unser Krankenhaus".
40. Aktion am 27. November 1997: "Wir gehen in Klausur". 41. Aktion am 4. Dezember 1997: "Offener Brief". * In den Medien wird darauf aufmerksam gemacht, das ab 1. Juli 1997 ein Bundesgesetz in Kraft getreten ist, das die Krankenversicherten verpflichtet, in den Jahren 1997, 1998 und 1999 jeweils 20 Mark an ihre Kassen zu entrichten. "Krankenhausnotopfer" heißt das Zauberwort. Jahrzehntelang war es Aufgabe der Bundesländer, die Instandhaltung der Krankenhäuser zu finanzieren. Daran wird als unsoziale Seite angesehen, daß die Privatversicherten nicht herangezogen werden (Gleichheit vor dem Gesetz, Art. 3 GG). Viele Tönisvorster reagierten darauf entrüstet. "Erst wenn unser Tönisvorster Krankenhaus gerettet ist, zahlen wir", war eine viel zu hörende Meinung. * Die Verhandlungspartner der Krankenkassen und die Geschäftsführung der Antoniuszentrum GmbH trafen sich am 9. Dezember 1997 im Tönisvorster Krankenhaus. Dort haben sie die Strukturen für die Rettung des Tönisvorster Krankenhauses "festgeklopft". 1. Im Bereich der Inneren Medizin sollen 87 Betten wie bisher im Krankenhausbedarfsplan erhalten bleiben, so daß alle bisherigen Leistungen im vollen Umfang erbracht werden können. 2. Für den Bereich der Chirurgie wird zur Absicherung der ortsnahen Versorgung der Tönisvorster Bevölkerung ein Versorgungsvertrag mit 7 Betten mehrheitlich angestrebt. Daneben stehen für ambulante Operationen (bei maximaler Verweildauer von 24 Stunden) im notwendigen Rahmen zusätzliche Betten zur Verfügung. 3. Zur Einrichtung einer neuen geriatrischen Abteilung sind im Rahmen eines Abschlusses eines entsprechenden Versorgungsvertrages mit den Krankenkassenverbänden 25 stationäre und 5 tagesklinische Rehabilitationsbetten vorgesehen. 4. Nach übereinstimmender Auskunft der Antoniuszentrum-Geschäftsleitung und medizinischen Leitung kann bei der angestrebten Neuordnung das bestehende Notarztsystem und eine klinische Ambulanz rund um die Uhr abgesichert werden. Der Minister ließ erkennen, daß damit ein gangbarer Weg gefunden sei. Bei den folgenden Verhandlungen über Feinheiten der Vereinbarung haben sich beide Seiten versprochen auf Wirtschaftlichkeit und damit einer auf Dauer sicheren Zukunft des Hauses zu achten. Ein Kompromiß scheint gefunden. Man kann nun also beruhigter durchatmen, denn dies scheint der "Silberstreif am Himmel" zu sein, worauf die Tönisvorster schon so lange gewartet haben. * Stimmen zum Kompromiß: Bürgermeister Albert Schwarz: "Hiermit können wir leben!" Stadtdirektor Günter Scheuer: "Ein weiterer Schritt zur Sicherung des Krankenhauses ist getan." Christiane Pohl: Als Frau bedauere ich natürlich die Aufgabe der Gynäkologie, trotzdem bejahe ich diesen Kompromiß. Für mich ist der Erhalt der Grundversorgung vorrangig." Hermann Gerke, der Vorsitzende des Fördervereins Antoniuszentrum: "Wenn man berücksichtigt, wo wir vor acht Monaten standen, dann ist der Kompromiß ein Erfolg." Antoniuszentrum-Geschäftsführer Klaus Becker: "Hiermit kann man gemeinsam zukunftsorientiert aufbauen." Chefarzt Dr. Erich Tizek: "Wir müssen den Kompromiß mit Leben erfüllen, mehr war nach meiner Auffassung nicht zu erreichen." Chefarzt Dr. Rudolf Lohmeyer: "Hiermit können wir zeitnah reagieren, auch wenn wir teilweise für die Patienten Neuland betreten müssen." Günter Wolfs, der Sprecher des Komitees: "Jeder Kompromiß beinhaltet auch Zugeständnisse. Die Aufgabe der Geburtshilfe schmerzt. Wer ehrlich ist, muß aber eingestehen, daß dieser Bereich aus rechtlichen Gründen der Schwachpunkt unseres Krankenhauses war." * "Ein Aufatmen ging durch St.Tönis, Aktionskomitee, Mitarbeiter des Krankenhauses und die Bürger lehnten sich erleichtert zurück. * "Gynäkologen gehen auf die Barrikaden." (schrieb die Rheinische Post). Zu der von Dr. Späthe einberufenen Pressekonferenz wurde ich in meiner Eigenschaft als Heimatbundvorsitzender zwei Tage nach der erlösenden Nachricht über den möglichen Kompromiß zum Erhalt des Krankenhauses eingeladen. Eine so turbulente, von Dr. Späthe und seiner Frau geführte Pressekonferenz, habe ich noch nicht erlebt. Bei allem Verständnis für den Existenzkampf und das Engagement des Herrn Dr. Späthe für seine Patientinnen, gingen mir jedoch einige seiner Äußerungen zu weit. Der Kommentar von Thea Elbertz in der Rheinischen-Post vom 13. Dezember 1997 unter der Überschrift: "Eine späte Extrawurst" war lesenswert und brachte die Meinung vieler Tönisvorster auf den Punkt: "Das darf eigentlich gar nicht wahr sein. Die drohende Schließung des Krankenhauses ist dank des Einsatzes des Aktionskomitees und aller Bürger abgewendet, die Landesverbände der Krankenkassen sind zu Zugeständnissen bereit und auch Gesundheitsminister Dr. Axel Horstmann scheint - so darf man jedenfalls annehmen - ein Einsehen zu haben. Für die Tönisvorster ist also ein Lichtschimmer am Ende des langen Tunnels erkennbar. Und dieses Lämpchen wollen die Gynäkologen Dr. Herbert Späthe und Dr. Werner Ochsendorff nun wieder ausknipsen. Über ein Jahr kämpfen die Tönisvorster - alle gemeinsam. Die Gynäkologen ließen jedoch von ihrer Forderung, die Gynäkologie und Geburtshilfe zu erhalten, nichts verlauten. "Ganz bewußt" habe man sich zurückgehalten, sagt Dr. Späthe dazu. Warum? Statt jetzt diese Extrawurst zu braten - die doch nicht mehr gar wird -, hätten sie sich früher für ihre Belange einsetzen sollen. Die Bürger haben das getan und werden ihre Wünsche - Erhalt der Grundversorgung, des Notdienstes und der Ambulanz - wohl erfüllt bekommen. Vielleicht hätten die Mediziner sich an die Bürger halten und nicht jetzt für Aufregung sorgen sollen - zumal laut den Mindestanforderungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe die geburtshilfliche Abteilung in Tönisvorst sowieso keine Zukunft haben wird. Wie wollen die Ärzte denn künftig rund um die Uhr im Bereitschaftsdienst verfügbar sein? Innerhalb von 10 Minuten muß dann zum Beispiel ein Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Krankenhaus zur Stelle sein. Von diesen Mindestanforderungen müßten die streitbaren Gynäkologen auch gehört haben." 42. Aktion am 11. Dezember 1997: "Unterschriftenlisten für den
Minister". 43. Aktion am 18. Dezember 1997: "Wunsch Dir was ... wir helfen
dabei". Außerdem wurde an Informationsstand am Rathausplatz ein Informationsblatt zum "Wirbel um den Kompromiß" verteilt Mit dieser Aktion verabschiedete sich das Tönisvorster Aktionskomitee pro Krankenhaus für das Jahr 1997. 44. Aktion am 8. Januar 1998: "Die besten Wünsche" * Klaus Becker, der Geschäftsführer der Antoniuszentrum GmbH hob in einer Pressemitteilung hervor, daß zur Zeit die gynäkologisch/geburtshilfliche Belegabteilung im Tönisvorster Krankenhaus ihre Leistungen in dem gewohnten Standart anbietet. 45. Aktion am 15. Januar 1998: "Tönisvorster bleiben auf dem Sprung".
Das Komitee weiß, daß die zur Zeit auszuhandelnden Punkte kompliziert und umfassend sind. "Deshalb drängen die Donnerwetter nicht zur Eile." Sie sollen aber allen Beteiligten klarmachen, daß die Tönisvorster weiter wachsam hinter dem Hospital stehen. Das müßten die Krankenkassen, die Landesregierung und die Entscheidungsträger in Tönisvorst wissen, meinte das Komitee. Die Krankenärztliche Vereinigung (KV) entscheidet derzeit über die Zulassung von Dr. Rudolf Lohmeyer, Chefarzt der Chirurgie, für das ambulante OP-Zentrum. Erst wenn das geklärt ist würde man sich wieder an einen Tisch setzten, teilte die Geschäftsleitung des Antoniuszentrums der Presse mit. * Die Anästhesistin am bestehenden ambulanten OP-Zentrum in St.Tönis, Frau Brigitte Gertoberens, protestiert gegen das Modell, auf das sich die Landesverbände der Krankenkassen und die Antoniuszentrum GmbH geeinigt haben. "Das der Bevölkerung durch eine Pseudoabteilung Chirurgie vorgegaukelt werden soll, daß auch auf dem Gebiet der operativen Medizin etwas für die Tönisvorster erhalten bliebe, halte ich für politisch unehrlich und wirtschaftlich bedenklich", schrieb sie an das Gesundheitsministerium in Düsseldorf. Alle für dieses OP-Zentrum geplanten Eingriffe würden bereits seit sieben Jahren in dem bestehenden OP-Zentrum durchgeführt. * Beim "Geld" bleibt möglicherweise alle Rücksichtnahme auf den Wunsch der Tönisvorster Bürger, das Krankenhaus zu erhalten, auf der Strecke. Aber Existenzkampf ist eine legitime Angelegenheit. Wenn sich hier Frau Gertoberens aus möglicher Furcht vor Konkurrenz wehrt, sollte man in Erinnerung rufen, daß durch das vor sieben Jahren entstandene ambulante OP-Zentrum in St.Tönis eine empfindliche Schwächung der wirtschaftlichen Situation der Tönisvorster-Krankenhaus-Chirurgie u. U. billigend in Kauf genommen wurde. Wenn jetzt ein neues Modell am Tönisvorster Krankenhaus entsteht, muß man damit halt leben. "Konkurrenz belebt das Geschäft" ist eine Redensart, die im modernen Wirtschaftskampf Gültigkeit hat. * Große Sorgen machen sich nach wie vor die Tönisvorster Bürger um die Zukunft des Hospitals. Die Mitarbeiter des Tönisvorster Krankenhauses der Station 3 schrieben an Bürgermeister Albert Schwarz. Sie forderten endlich eine klare Entscheidung aus Tönisvorst, der Minister warte nur darauf, meinen die Mitarbeiter. Derzeit könne der Rat nichts tun, wies der Bürgermeister die Vorwürfe, die Kommunalpolitiker würden die Sache nur verzögern, zurück. Der Kompromiß zwischen Antoniuszentrum und Landesverbänden der Krankenkassen liege auf dem Tisch. Jetzt sei aber zunächst die Kassenärztliche Vereinigung am Zug, die über die Zulassung von Dr. Rudolf Lohmeyer und Dr. Joachim Fährmann für das ambulante OP-Zentrum entscheiden müsse. Wird die Zulassung nicht erteilt, müsse mit den Krankenkassen neu verhandelt werden. Abwarten sei jetzt gefragt, es gebe keinen Grund zur Eile. "Ich erwarte am Ende aber eine positive Entscheidung in unserem Sinne", meinte der Bürgermeister Albert Schwarz. * Post von TV-Moderatorin Margarete Schreinemakers, (die aus St.Tönis stammt und auch Mitglied des Heimatbundes St.Tönis ist) erhielt Stadtdirektor Günter Scheuer. In ihrem Brief berichtet sie von den positiven Erfahrungen, die Ihre Tante im Tönisvorster Krankenhaus gemacht hat. "Was mich besonders berührt hat, ist nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern auch die persönliche Art und Weise, wie das gesamte Personal sich jedem einzelnen Patienten zuwendet", schreibt sie. Sie sei ausgesprochen froh, ihre Familie im Ernstfall gut versorgt zu wissen. "Das sollte auch so bleiben. Im Interesse aller Bürger unserer Stadt und mit dem Wissen, daß wir alle schon morgen auf eine solche Institution angewiesen sein könnten", schreibt Margarete Schreinemakers wörtlich. 46. Aktion am 22. Januar 1998: "Tönisvorster wollen auf Innere, Chirurgie, Notarztsystem und Ambulanz nicht verzichten". Heimische Geschäftsleute unterstützen die 2. Anzeigenkampagne des Aktionskomitees. * NRW-Gesundheitsminister Axel Horstmann schickte einen Brief an den Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Burkhard Hirsch (FDP). Darin berichtete er, daß der derzeitige Stand der Krankenhausdiskussion in Tönisvorst vorsehe, in der Inneren Medizin 80 Betten, in der Geriatrischen Rehabilitation 30 und in der Praxisklinik 7 zur Verfügung zu stellen. Schwieriger sei dagegen die Situation im Bereich der Praxisklinik Chirurgie. Hier solle es zu einem Schlichtungsversuch der Kassen kommen, da man sich unter den Landesverbänden nicht einigen konnte. 47. Aktion am 29. Januar 1998: "Paketaufkleber als Donnerwetter". 48. Aktion am 5. Februar 1998: "Sonderstempel für unser Krankenhaus".
* Chefarzt Dr. Erich Tizek erhielt Post von Klaus Matthiesen, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Matthiesen hat Gesundheitsminister Dr. Axel Horstmann signalisiert, er sei für den Erhalt des Tönisvorster Krankenhauses. Auch der zuständige Ministerialrat der Staatskanzlei, Thiele, habe bestätigt, das der Ministerpräsident Johannes Rau an dem Erhalt des Krankenhauses interessiert sei, teilt Tizek weiter mit. * Dr. Guido Westerwelle, FDP-Generalsekretär, hat sich in Sachen Tönisvorster Krankenhaus an Dr. Axel Horstmann gewandt. Aus Gründen der Notfallversorgung und aus Auslastungsaspekten sei eine Schließung des Hospitals nicht zu rechtfertigen. Er bittet den Minister, die Argumente für den Erhalt des Hauses bei der sicherlich nicht leichten Entscheidungsfindung einzubeziehen. * Weitere Unterstützung erhielten die Tönisvorster beim Kampf ums Krankenhaus aus Forstwald. "Der überwiegende Teil der Forstwalder sehe das Haus als das Haus ihrer Grundversorgung an", sagte der 2. Vorsitzende Lucas Albinger vom Männergesangverein Forstwald unter Beifall der rund 100 Gäste beim Neujahrsempfang. "Wie viele Forstwalder wurden in St.Tönis geboren? Wie oft hat dieses Haus Leben in Forstwald gerettet?" Der Chor unterstützte das Aktionskomitee in seinem Kampf, indem sie den Erlös ihrer Karnevalsveranstaltung unter dem Motto: "Wir wollen es lustig treiben, aber unser Krankenhaus muß bleiben" dem Aktionskomitee für Aktionen zur Verfügung stellte. Es kam die stattliche Summe von DM 568,06 zusammen. Die Prinzengarde St.Tönis stellte außerdem beim Besuch dieser Veranstaltung noch DM 200,- zur Verfügung. 49. Aktion am 10. Februar 1998: "Tönisvorst ist überall". 50. Aktion am 19. Februar 1998: "In alle Welt ... Verteidigung". Als Besucher wurden das Tönisvorster Prinzenpaar Jochen I. und Ingrid I. (Ehepaar Giltges) mit Gefolge, und der Tönisvorster Stadtdirektor Günter Scheuer am Aktionsstand begrüßt. Gegen Abend fand die zweite Aktion am Krankenhaus statt. Hier erhielt das Aktionskomitee die Unterstützung der beiden Tönisvorster Prinzenpaare samt großem Gefolge. Darüber hinaus waren das Tönisvorster Karnevalskomitee (TKK), die Tönisvorster Karnevalsgesellschaften, Feuerwehr, DRK und Bürger dabei. Auf Vorschlag des TKK-Vorsitzenden Horst Stamms wurden bei diesem "Donnerwetter" (in Umkehrung des Brauchs, das Rathaus zu stürmen) das Krankenhaus symbolisch verteidigt. Mit viel Mühe hatten die Karnevalisten 25 riesige Steine (aus Styropor) herangeschleppt und damit einen Ring um den Eingangsbereich des Krankenhauses gebaut. Er soll auf Dauer alle Feinde des Krankenhauses abschrecken und vertreiben. "Unsere Forderung: Das Krankenhaus muß bleiben, ist ganz und gar nicht närrisch gemeint" versicherte Prinz Jochen I. den Demonstranten, unter denen sich auch Bundestagsabgeordneter Walter Schöler, Bürgermeister Albert Schwarz, Vizebürgermeister Lothar Vauth, Stadtdirektor Günter Scheuer und die Chefärzte des Krankenhauses befanden. Der Karnevalist Rainer Gries sang noch, mit Unterstützung der Verstärkeranlage der Firma Brings und Weckauf, das vom Aktionskomitee-Mitglied Werner Lessenich auf die Melodie des Karnevalschlagers "Mer losse dä Dom in Kölle" umgedichtete Lied: "Et Krankehuus mot he bliewe, den he jehürt et hin ..." Refrain Dat Krankenhu:es mott he blieve, Stell dech vür os Krankehu:es dat wör verratz Refrain Zint Tünes un och Voorsch, die sent am wasse noch Refrain Nachdem Professor Dr. Joachim Berndt aus Vorst den Aktionskomitee-Mitgliedern seine selbst gefertigten Goldmedaillen zum Jubiläums-Donnerwetter um den Hals gehängt hatte, zog "die Karawane weiter" zum Rathausplatz um nun hier dem karnevalistischen Brauchtum zu frönen. 51. Aktion am 26. Februar 1998: "Schluß mit lustig! Es donnert weiter: Wir
inserieren". 52. Aktion am 5. März 1998: "Blickfang Ortseingangsschilder". 53. Aktion am 12. März 1998: "Kartengrüße aus Tönisvorst".
54. Aktion am 19. März 1998: "Laßt Rosen sprechen". 55. Aktion am 26. März 1998: "Pizza! Fürs Krankenhaus". 56. Aktion am 2. April 1998: "Pressekonferenz". niedergelassener Arzt erhalten, so Komiteesprecher Günter Wolfs in dieser Pressekonferenz. Doch hätten die Krankenkassen umgehend Zustimmung zu dem "Ersatzplan" signalisiert, auch die Chirurgie durch einen Versorgungsvertrag zwischen Krankenkassen und der Antoniuszentrum GmbH abzusichern. Das Aktionkomitee sei stolz, daß von Tönisvorst ein demokratisches Beispiel ausgehe. Es werde die Vorgänge kritisch verfolgen und wenn es irgendwo hake, sei es jederzeit bereit, die "Schlagzahl" zu erhöhen. * Wie steht es nun um unser Krankenhaus? Am 25.03.1998 ist eine wichtige Vorentscheidung über die endgültige Lösung zum Erhalt des Tönisvorster Krankenhauses gefallen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat den von Dr. Rudolf Lohmeyer gestellten Antrag auf Zulassung als ambulant im Krankenhaus praktizierender Arzt abgelehnt. Dies war ein möglicher Weg, der von den Krankenkassen bevorzugt worden war. Unmittelbar nach der Entscheidung der KV erklärte ein Sprecher der Krankenkassen, daß jetzt der Weg für einen Versorgungsvertrag zwischen Krankenkassen und Krankenhaus gegangen werden muß. Das heißt im Grunde genommen, das Krankenhaus wird auch die Chirurgie mit Tagesbetten und den zugesagten 7 Klinikbetten betreiben. Für die Bürger eigentlich der bessere Weg, da hierbei die Klinik nicht vom jeweiligen praktizierenden Arzt abhängig ist. Bis auf eine Krankenkasse haben mittlerweile alle Kassen dieser Lösung zugestimmt Sollte dies so bleiben, muß die Zustimmung der Spitzenverbände der Krankenkassen als Mehrheitsentscheidung herbeigeführt werden. Diese "Gremienentscheidung" nach § 213 SGB V wird dann nach Mehrheit fallen. Da die Mehrheit der Krankenkassen diesem "Modell" bereits zugestimmt haben, wäre dieser Weg lediglich eine weitere Verzögerung der angestrebten Lösung. Aus vielen Gesprächen haben die Mitglieder des Tönisvorster Aktionskomitee pro Krankenhaus die feste Überzeugung, daß die Krankenkassen an einer für die Tönisvorster Bürger akzeptablen Lösung interessiert sind. Die übrigen Bestandteile des Kompromisses, Innere mit 80 Betten und die Geriatrie mit 30 Betten, stehen seit 9. Dezember 1997 ohnehin zwischen den Verhandlungsparteien fest. Auch die Krankenkassen sind fest davon überzeugt, daß der zuständige Minister Dr. Axel Horstmann dem endgültig vereinbarten Kompromiß zustimmen wird. Da die Vertreter der Stadt Tönisvorst schon mehrmals, auch durch einstimmige Ratsbeschlüsse dieser Lösung zugestimmt haben, kann nach Ansicht des Tönisvorster Aktionskomitees pro Krankenhaus jetzt von dem Fortbestand des Tönisvorster Krankenhauses ausgegangen werden. Das Komitee wird deshalb ab sofort auf die wöchentlichen "Donnerwetter" verzichten und bis zur endgültigen Rettung des Krankenhauses nur einmal monatlich ein "Donnerwetter am Donnerstag organisieren. Sollte es allerdings einmal an einer Stelle "haken", sind sich die Komiteemitglieder einig, die wöchentlichen Aktionen umgehend wieder aufzunehmen. Obwohl schon oft genug erwähnt, weist das Aktionskomitee noch einmal ausdrücklich darauf hin, daß allen Beteiligten klar sein muß, daß zu einem für die Bürger akzeptablen Ergebnis der Erhalt des Notarztsystems und eine funktionierende "Ambulanz rund um die Uhr" gehört. * Letzte Meldung: Soeben teilt die bisher nicht zustimmende Krankenkasse dem Aktionskomitee-Sprecher Günter Wolfs ihre grundsätzliche Bereitschaft mit, daß sie auch die Lösung über den Versorgungsvertrag nach § 111 sowie § 109 SGB V mit tragen wird. Damit ist der Weg für das "Tönisvorster Modell" geebnet. Zum ersten Mal würde hiernach in NRW die Chirurgie eines Krankenhauses im Rahmen dieser Vertragsgrundlage organisiert. Ambulant vor stationär und die Verweildauer im Krankenhaus auf das notwendige Maß, wird von den Krankenkassen durch vertragliche Rahmenbedingungen, die die Wirtschaftlichkeit des Krankenhauses sowie den Bedarf der Tönisvorster berücksichtigen, hierbei angestrebt werden. Die Kassen müssen an dem Gelingen dieses "Modells" interessiert sein. Wie sonst wollen sie andere Krankenhäuser demnächst motivieren, freiwillig dem aus Sicht der Krankenkassen notwendigen Weg des Bettenabbaus mit zu gehen. Dies ist zugleich die Chance für Tönisvorst. Die Diskussion um Bettenabbau wird mit Sicherheit auch in den nächsten Jahren weiter gehen. Tönisvorst wird dann diesen Schritt schon hinter sich haben. Der jetzt in Tönisvorst anstehende Kraftakt zur Neugestaltung wird allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Antoniuszentrum GmbH Tönisvorst viel abverlangen. Das Tönisvorster Aktionskomitee pro Krankenhaus wird auch weiter an der Seite der Mitarbeiter für ein Gelingen dieser Herausforderung stehen. * Vor Redaktionsschluß dieses "St.Töniser Heimatbriefs" waren die letzten Meldungen in der hiesigen Presse von positiven Schlagzeilen geprägt. Am 3. April hieß es in der Westdeutschen Zeitung: "Krankenhaus vor der Rettung", am gleichen Tag schrieb die Rheinische Post: "Krankenkassen räumen den Knackpunkt OP-Zentrum aus", und bei den Niederrhein Nachrichten hieß es einen Tag später: "Krankenhaus gesichert". Diesen guten Nachrichten schließe ich mich im Namen des Heimatbundes St.Tönis erleichtert an und wünsche unserem Krankenhaus für die Zukunft: "Glück auf!" Artikel im Heimatbrief 140 - mit den Donnerwetter-Aktionen 57 und 58 "Das Krankenhaus bleibt, die Landesregierung stimmt zu!"
Nun ist es endlich geschafft. Ehe ich jedoch weiter meine Freude über das Erreichte zum Ausdruck bringe, möchte ich der Vollständigkeit halber aber zunächst ab dort weiter berichten, von wo aus ich im vorigen St.Töniser Heimatbrief bei Redaktionsschluß den Schlußpunkt setzen mußte. Die letzten Meldungen waren positiv und ließen auf weitere gute Nachrichten hoffen. Mit Beginn der Osterzeit hatte das Tönisvorster Aktionskomitee pro Krankenhaus eine Osterpause eingelegt, jedoch nicht ohne kritische Betrachtung aller Vorgänge um das Krankenhaus, um notfalls sofort reagieren zu können. 57. Aktion am 7. Mai 1998: "Priorität für unser Krankenhaus". Ein Tag später, am 8. Mai, wurde eine gemeinsame Erklärung zur Lage des Krankenhauses Tönisvorst vom Bürgermeister Albert Schwarz und vom Komiteesprecher Günter Wolfs abgegeben. Weil durch die katastrophale finanzielle Situation des Tönisvorster Schwimmbades viele Tönisvorster Bürger die angestrebte dauerhafte Lösung zum Erhalt des Krankenhauses u.U. gefährdet sahen, haben die beiden o.g. Herren diese Erklärung verfaßt. Hier Auszüge daraus: "Der Rat der Stadt Tönisvorst hat mehrfach die absolute Priorität für das Krankenhaus beschlossen. Der angestrebte Kompromißweg wurde im Rat einstimmig angenommen. Ein Abrücken von diesen Beschlüssen wäre nach unserer Auffassung wegen des eindeutigen Willens der Bürger politische Selbstaufgabe. Die Verwaltung hat den eindeutigen Auftrag, diese Beschlüsse umzusetzen. Die hierfür notwendigen finanziellen Mittel aus Tönisvorst müssen zur Verfügung gestellt bzw. eingeplant werden. Dies gilt insbesondere für die Altschulden aus der Zeit vor der GmbH." Nun wird an Verhandlungen und deren Ergebnisse erinnert, über die im vorigen St.Töniser Heimatbrief bereits berichtet wurde. Wörtlich heißt es dann weiter: "Probleme stecken häufig im Detail. Dies gilt auch für die Verhandlungen mit den Krankenkassen. Deshalb sollte niemand aus Tönisvorster Sicht auf Zeit drängen, zumal die Grundversorgung der Tönisvorster z.Zt. abgesichert ist. Wir vertrauen voll den Zusagen der Krankenkassen, daß sie auch im eigenen Interesse eine die Tönisvorster zufriedenstellende dauerhafte Lösung anstreben. Genau so verlassen wir uns auf die eindeutig positiven Signale der Landesregierung, das Ergebnis der Verhandlungen zwischen den Krankenkassen und dem Antoniuszentrum mit zu tragen. Wir werden weiterhin gemeinsam die weitere Entwicklung bis zur endgültigen Rettung unseres Krankenhauses wachsam verfolgen". Am 12. Mai fanden im Antoniuszentrum dann Detailverhandlungen zwischen den Vertretern der Krankenkassen und dem Geschäftsführer der Antoniuszentrum GmbH, Herrn Klaus Becker, statt. 58. und letzte Aktion!?!? am 11. September 1998: "Freudenfahrt durch St.Tönis". Nach der Meldung: "Die Landesregierung stimmt zu, das Krankenhaus bleibt!", die wie ein Lauffeuer durch die Stadt Tönisvorst ging, organisierte das Aktionskomitee innerhalb von zwei Stunden einen Autokonvoi zu einer Freudenfahrt durch St.Tönis, und dehnte ihn während der Fahrt noch auf den Tönisvorster Ortsteil Vorst aus. Das durch die vorangegangenen 57 Aktionen bei den Ordnungsbehörden sicherlich als seriös eingestufte Aktionskomitee fand in den zuständigen Polizeibehörden verständnisvolle Partner, die diese Freudenfahrt durch einen begleitenden Streifenwagen mit den Polizisten Herrn POK Teckenburg und Frau P ??? in vorbildlicher Art und Weise unterstützten und überwachten. Dies war von der Polizei praktizierte unbürokratische Bürgernähe, die man hoch loben muß. Die Tönisvorster Bürger hatten einen ungeheuer großen positiven Zuspruch seitens der hiesigen Presse. Mir ist kein Thema bekannt, welches von der hiesigen Presse auch nur annähernd große Akzeptanz und andauernde Berichterstattung in Wort und Bild erfahren hat, als der herausragende Kampf der Tönisvorster Bürger um den Erhalt ihres Krankenhauses. Die Presse hat einen wesentlichen Anteil am Gelingen und an den Erfolg dieses Kampfes. Ihre Bürgernähe, bei allen möglicherweise vorhandenen Zwängen, hat vielen Tönisvorstern die Kraft gegeben, die nötig war, dieses scheinbare aussichtslose Unterfangen durchzustehen und zu bestehen. Hinter den Namen Presse verbergen sich aber Menschen, durch deren persönlicher Einsatz im Team diese lobenswerte Unterstützung gegeben wurde. Für Ihre Redaktion einschließlich der Fotoreporter sind hier zu nennen:
Diese Damen und Herren erhielten vom Heimatbund St.Tönis als äußeres Zeichen des Dankes während einer Feierstunde am 29. September 1998 im St. Töniser Rathaus den St. Antoniustaler aus Bronze überreicht. Eine große positive Unterstützung hatten die Tönisvorster Bürger aber auch von der hiesigen Radiowerkstatt, der Interessengemeinschaft Lokalrundfunk, die verantwortlich von Herrn Ralf Drenkers geleitet wird. Er hat in über 40 Rundfunkbeiträgen, bei denen zum Teil auch Günter Wolfs mitwirkte, über die Bürgeraktionen berichtet. Dabei erhielt sein Beitrag über den Notarztrettungsdienst in Tönisvorst mit einer Rettungsfahrt von Kempen nach St.Tönis eine hohe Auszeichnung. Dieser Beitrag wurde mit dem Hörfunkpreis 1997 der Landesanstalt für Rundfunk NRW ausgezeichnet, und in Dortmund am 22. November 1997 verliehen. Auch Herr Drenkers hat einen wesentlichen Anteil am Gelingen und am Erfolg dieses Bürgerkampfes um den Erhalt unseres Krankenhauses. Auch an ihn wurde der St. Antoniustaler vergeben. Günter Wolfs hat durch seinen herausragenden, persönlichen Einsatz, als Sprecher des Tönisvorster Aktionskomitee pro Krankenhaus, für den Erhalt des Tönisvorster Krankenhauses bis an die Grenzen seiner Gesundheit unermüdlich gearbeitet. Nach dem Sprichwort: "Steter Tropfen höhlt den Stein" hat er mit dem Willen zum Erfolg in den letzten 18 Monaten immer wieder den Gesprächskontakt mit den Medien Fernsehen, Rundfunk, Presse und mit den Obrigkeiten der zuständigen Ministerien und der Krankenkassen über FAX, Telefon, und auch persönlich gesucht und gefunden. Als Ideengeber und erster Mann bei Aktionen und Demonstrationen hat er seine Botschaft: "Wir wollen unser Krankenhaus behalten" vehement vertreten. Auch als gewiefter Berater nach innen, und Mann mit Fingerspitzengefühl in kritischen Situationen, ist er wohl der größte Trumpf der Tönisvorster Bürger im Kampf um den Erhalt des Krankenhauses. Nur mit Günter Wolfs ist dieser große Erfolg sicherlich möglich geworden, und das Ende der Fahnenstange zum dauerhaften Krankenhausbestand in Sichtweite geraten. Auch er erhielt den St. Antoniustaler. Walter Schöler, MdB und Tönisvorster Bürger, hat durch seinen herausragenden, persönlichen Einsatz, für den Erhalt des Tönisvorster Krankenhauses hinter den Kulissen unermüdlich gearbeitet. Seine Unterstützung bei diesem großem Problen in seiner Heimatstadt wird er sicherlich mit einer gehörigen Portion Herzblut angegangen sein. Der am Ende zustande gekommene Kompromiß, der jedenfalls den Erhalt des Tönisvorster Krankenhauses sichert, wird zu einem großen Teil auch sein Verdienst sein. Der Kampf ist gewonnen. Das Krankenhaus bleibt. Nun sind unsere Kommunalpolitiker im Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung Tönisvorst an der Reihe. Auf Sie kommt es jetzt an! In Sie setzen die Bürger nun ihre hohen Erwartungen. Wir wollen hoffen, daß Sie alles in ihrer Macht stehende tun, um die neue Krankenhaus-Ära mit einem langen Leben zu erfüllen, sozialverträglich die Umstrukturierung vorzunehmen und die nötigen finanziellen Mittel aufzubringen und bereitzustellen. Es gibt noch viel zu tun, packen wir es an! Es lebe unser Tönisvorster Krankenhaus! Artikel im Heimatbrief 141 "Das Krankenhaus bleibt, die Landesregierung stimmt zu!" Dies teilte das Aktionskomitee pro Krankenhaus den Menschen in St.Tönis und Vorst bei seiner Autokorso-Freudenfahrt am 11. September 1998 über Lautsprecher und auf Plakaten mit. Der Kampf in Bezug auf Landesregierung und Krankenkassen war gewonnen. Nun waren unsere Kommunalpolitiker im Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung Tönisvorst an der Reihe. Auf sie kam es jetzt an! In sie setzten die Bürger nun ihre hohen Erwartungen und die Hoffnung, daß die Verantwortlichen unserer Stadt Tönisvorst alles in ihrer Macht Stehende tun, um die neue Krankenhausära mit einem langen Leben zu erfüllen, sozialverträglich die Umstrukturierung vorzunehmen und die nötigen finanziellen Mittel aufzubringen und bereitzustellen. In der Zwischenzeit ist nun "viel Wasser den Rhein hinunter gelaufen". Wollen wir doch mal vorsichtig eine Bilanz ziehen und sehen, was sich seit dieser Zeit so alles getan hat. Jedes Kind auf den Straßen in Tönisvorst kann es mittlerweile bereits "singen", denn die Entscheidungsträger aus Rat und Verwaltung haben in der Vergangenheit in öffentlichen Sitzungen und in Pressemitteilungen immer und immer wieder hundertprozentig erklärt: "Das Krankenhaus hat oberste Priorität, wir sind für den Erhalt!" Dem folgend und vertrauend könnte das Tönisvorster Aktionskomitee pro Krankenhaus seinen "Laden" doch jetzt schließen und "in Rente gehen". Daß dies nicht so ist, ließen Bürgermeister Albert Schwarz und Aktionssprecher Günter Wolfs bei der Dankes- und Ehrungsfeier für das Aktionskomitee am 1. Oktober vergangenen Jahres im Rathaussaal in ihren Reden bereits erkennen. Bürgermeister Albert Schwarz: " ... denn vielleicht wird auch das Aktionskomitee in Zukunft noch tätig werden müssen, falls ein Weg zum endgültigen Erhalt des Krankenhauses in die Irre zu gehen scheint." Aktionssprecher Günter Wolfs: " ... daß Fehler der Entscheidungsträger der Stadt Tönisvorst noch immer das Erreichte in Frage stellen könnten." Wieso?, runzelt "Otto Normalverbraucher" aus Tönisvorst die Stirn. Doch "O. N." hat schnell gelernt. Bereits auf der Ratssitzung am 17.12.1998 haben im nichtöffentlichen Teil vier Fraktionen einen Antrag an den Rat gestellt. Das Ergebnis war die 20 : 17 Entscheidung des Rates, die Stadtwerke zu verkaufen und den Erlös (rd. 31 Mio. DM) nur für Schwimmbad nebst Blockheizkraftwerk zu verwenden. Dies wurde von vielen Tönisvorster Bürgern als "Verrat" am Krankenhaus empfunden, wobei der Verkauf der Stadtwerke sowieso zum Himmel schreit, aber ein Thema für sich ist. Zahlreiche Bürger wandten sich empört an das Aktionskomitee, denn die hochgelobte Priorität war "auf Wanderschaft gegangen". Wollte der Rat von Tönisvorst mit dieser Entscheidung die unliebsamen Diskussionen über Verantwortlichkeiten der skandalösen Entwicklung beim Schwimmbad- und Blockheizkraftwerksbau abwürgen? "O. N." kommt langsam hinter die mögliche Tönisvorster politische Strategie: "Öffentlich ruhig alles versprechen und auch Prioritäten setzen, denn nichtöffentlich wird entschieden und das sieht "Otto Normalverbraucher" dann ja nicht." Es hagelte Leserbriefe: "Für wie blöd halten die uns?" - "Unseliger Beschluß" - "Nur der Wähler kann diesem Graus ein Ende machen" - "Stadtdirektor ist Bremsklotz". Die Bürger fordern vom Tönisvorster Aktionskomitee pro Krankenhaus jetzt "Donnerwetter". Gegen wen? Gegen die eigenen Tönisvorster Obrigkeiten! Seit dieser Zeit tagt das Aktionskomitee wieder wöchentlich, um, wenn nötig, sofort reagieren zu können. Kämpfen ist dort wieder angesagt, aber dafür ist das Aktionskomitee ja auch ins Leben gerufen worden. Franz Kersten, stellv. Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender der UWT, kritisiert den Beschluß vom 17.12.1998: Zwar hätten alle Fraktionen immer wieder beteuert, das Krankenhaus habe erste Priorität, doch sei diese quasi durch diesen Beschluß zu Gunsten der Bäder aufgehoben. Während dem Schwimmbad eine Art Freibrief oder Blankoscheck für bisher nicht übersehbare Betriebsdefizite ausgestellt wurde, wird der für das Krankenhaus ermittelte Finanzbedarf in Frage gestellt. Hans-Gerd Peters, 1. Beigeordneter: "... damit wurde die Priorität des Krankenhauses klar unterlaufen." Kerstin Reemen von der Westdeutschen Zeitung: "Die Presse als Vertreter und Berichterstatter für die Öffentlichkeit bleibt von dem "mangelnden Informationsfluß" in Tönisvorst nicht verschont. Da landen "nachträglich nominierte" Themen für den - wohlgemerkt - öffentlichen Teil der Ratssitzung nicht rechtzeitig auf den Redaktionsschreibtisch. Da werden so wichtige Beschlußvorlagen wie die "Umstrukturierung des Krankenhauses" nicht rechtzeitig auf einer nachgereichten Tagesordnung angekündigt, da liegen die Beschlußvorlagen noch nicht einmal zu Beginn der Ratssitzung auf den Tischen ..." Günter Wolfs, Sprecher des Aktionskomitees pro Krankenhaus: "Die Stimmungslage in der Bevölkerung ist brisant, nicht nur wegen des Krankenhauses. Die Politik ist gut beraten, Vertrauen zurückzugewinnen. Aber wir müssen ihr auch Zeit lassen, ihre Schwüre umzusetzen. Ein Punkt aber, der den Umstrukturierungsprozess so schwierig macht: Im Aufsichtsrat der Antoniuszentrum GmbH sitzen 15 Personen - in einem Wirtschaftsunternehmen vergleichbarer Größe "undenkbar" - alle gehören Parteien an und haben unterschiedliche Vorstellungen. Es besteht die Gefahr, daß es Reibungsverluste gibt. Die Geschäftsführung könnte - ohne bösen Willen - ausgebremst werden. Die Gefahr, daß im Wahlkampf Sachentscheidungen im Aufsichtsrat und in der Gesellschafterversammlung nicht mehr zielorientiert gefaßt werden, sondern von parteipolitischen Überlegungen geprägt werden können, ist nicht von der Hand zu weisen." Lothar Vauth, Vizebürgermeister und Vorsitzender der SPD: "... Notwendig ist auch, die Kompetenz im Aufsichtsrat zu erhöhen. Wirtschaftlicher und medizinischer Sachverstand ist hier geboten. Für unabhängige Experten müßten die Parteien auf Aufsichtsratssitze verzichten. ...Die Geheimniskrämerei muß ein Ende haben. Die verlangt auch das GmbH-Gesetz nicht." Auf der Ratssitzung am 25. Februar 1999 stimmte Stadtdirektor Scheuer die Ratsmitglieder mit den Worten ein: Nach den bisherigen Pleiten müsse die Entwicklung im Krankenhaus überwacht werden. Dies sollte nach Auffassung des Stadtdirektors kurioserweise ein Architekt übernehmen, der bereits 1990/91 Planungen für das Tönisvorster Krankenhaus in Sachen Geriatrie durchgeführt hatte. Die Planungen wurden damals verworfen. Gerade diesen brüskierten Fachmann brachte der Stadtdirektor dann als Kontrolle der Kontrolle ins Gespräch. Scheuers Architekt sollte die Wirtschaftlichkeit des Kompromisses prüfen. Unverständlich ist hierbei, daß der Kontroll-Architekt erst nach nunmehr anderthalb Jahren nach der ersten Bekanntgabe des Kompromisses ins Gespräch gebracht wurde. Offensichtlich waren dadurch zahlreiche Stadtverordnete verunsichert. Nur die entschiedene Gegenwehr einiger Ratsmitglieder und vom Krankenhaus-geschäftsführer Klaus Becker brachten das Vorhaben zum Fall. Der Geschäftsführer betonte, daß bei Annahme des Vorschlags das Krankenhaus im September 1999 den Betrieb einstellen müßte, da für diesen Fall Umbau und weitere Einzelverhandlungen nicht mehr formgerecht durchzuführen seien. Nicht verhindert werden konnte im Rat, daß für die Chirurgie eine solche Wirtschaftlichkeitsberechnung gemacht werden soll. Am 26. Februar 1999 lud das Aktionskomitee zur Pressekonferenz ein und machte deutlich, daß es die Entwicklung im Bereich Krankenhaus nicht mehr länger hinnehmen wird. Das Komitee wies darauf hin, daß das OP-Zentrum ein elementarer Teil des Modells sei. Wolfs: "Was sollen da Diskussionen um die Wirtschaftlichkeit des Notarztes? Der kann nicht wirtschaftlich sein!" Gerade die Chirurgie biete zukunftsorientierte Entwicklungsmöglichkeiten durch Erweiterungsangebote oder durch Ansiedlung von Fachärzten im Rahmen einer Praxisklinik. Der Stadtdirektor habe an der Entwicklung der letzten Wochen größten Anteil und sei eine Gefahr für das Krankenhaus. Am 11. März 1999 ging das Aktionskomitee mit 1.000 Flugblätter an die Öffentlichkeit, und informierte damit die Bürger, daß laut Ratsbeschluß für das Schwimmbad und Blockheizkraftwerk Geld ohne Auflagen für die nächsten Jahre bereitgestellt werden solle, während bei dem Krankenhaus jetzt aber die "Wirtschaftlichkeit" in Frage gestellt würde. Das Aktionskomitee erinnerte noch einmal an den ausgehandelten Kompromiß: Die Innere Abteilung bleibt mit 80 Betten im Krankenhausbedarfsplan. Zur Absicherung der ortsnahen Grundversorgung wurde für die Chirurgie mit den Krankenkassen ein Versorgungsvertrag abgeschlossen. Hiernach soll ambulant vor stationär gelten. Für den stationären Bereich stehen sieben Betten mit einer maximalen Verweildauer von fünf Tagen und für den ambulanten Teil soviel Betten wie notwendig (bei maximaler Verweildauer von 24 Stunden) zur Verfügung. Die geriatrische Rehabilitationsabteilung wird mit 25 stationären und 5 tagesklinischen Betten ausgestattet. Außerdem haben alle Entscheidungsträger dem Erhalt des Notarztsystems und einer "klinischen Ambulanz rund um die Uhr" zugestimmt. Das Aktionskomitee hat seit Vorlage des Kompromisses immer wieder darauf hingewiesen, daß diese Lösung für Tönisvorst nicht zum Nulltarif zu haben sein wird. Notarztsystem und Ambulanz rund um die Uhr - als unabdingbarer Teil des Kompromisses - lassen sich nicht refinanzieren. Das war den Entscheidungsträgern in Tönisvorst auch bei den zahlreichen Resolutionen für die Priorität des Krankenhauses bekannt! Warum also jetzt die Frage nach Wirtschaftlichkeit? Die Inhalte der Verträge müssen bis zum 1. September 1999 umgesetzt sein. Noch befindet sich die Umstellung im geplanten Zeitrahmen. Die Planungen für die Geriatrische Rehabilitationsabteilung (für diesen Bereich sind Umbauten notwendig) sind abgeschlossen, die Ausschreibung ist auf den Weg gebracht. Mit den Baumaßnahmen kann Anfang April dieses Jahres begonnen werden. Wer jetzt diese Zeitschiene verläßt, gefährdet unser Krankenhaus. Das Aktionskomitee wird jedenfalls weiter wachsam sein! Am 25. März 1999, am Tage der Ratsitzung, verteilte das Aktionskomitee rund 1.000 Handzettel an die Besucher des St.Töniser Markttages mit dem Titel: "Nicht an den Worten, an den Taten sollst Du sie erkennen!" Eine DIN-A4-Seite, voll mit zufällig ausgewählten Zeitungsschlagzeilen, sollte an das Gezerre um unser Krankenhaus erinnern. Von: "Stadt plant Verkauf des Tönisvorster Krankenhauses an Investor - Landesregierung will Krankenhaus schließen!" im Herbst 1996, bis "Scheuer: Ich stehe zum Konzept für das Krankenhaus", am 10. März 1999, waren noch weitere 26 Schlagzeilen in Erinnerung gebracht worden. Das Papier des Aktionskomitees schließt mit dem Hinweis: "Na denn, wir bleiben wachsam!" Nach der Ratsitzung vom 25. März 1999 herrschte endlich Klarheit über die zukünftige Finanzierung des Krankenhauses. Sechs Millionen Mark sind in 1999 für das Antoniuszentrum bereitgestellt, der Umbau damit gesichert worden. Weitere 5,95 Millionen Mark stehen im "Investitionsprogramm 2000" für das Krankenhaus bereit, die jederzeit abrufbar seien. Der Vorschlag der SPD, das Eigenkapital des Antoniuszentrums von 6 Millionen auf 12 Millionen Mark aufzustocken, wurde mit Ratsmehrheit abgelehnt. Stadtdirektor Günter Scheuer kam Ende März 1999 mit einer erfreulichen Nachricht an die Öffentlichkeit. Das NRW-Gesundheitsministerium hält nach dem Tönisvorster Antrag auf Ausgleichszahlung nach dem Krankenhausgesetz eine Förderung in Höhe von 900.000 Mark als pauschale Ausgleichsleistung unbürokratisch und ohne entsprechende Nachweise zum Schließungszeitpunkt der bisherigen Betriebsform am 1. September 1999 für möglich. Eine darüber hinausgehende Förderung sei nur zulässig, wenn die unzumutbare Härte vom Krankenhaus nachgewiesen wird. Die Aktivisten des Tönisvorster Aktionskomitee pro Krankenhaus wollen weiterhin alles tun, damit das "Modell Tönisvorst" mit Unterstützung der Krankenkassen und der Landesregierung in wirtschaftlichen und qualitativen Fragen ein Vorzeigeobjekt bleibt. Den Stadtverordneten, die durch fehlende Information oder Fehlinformation verunsichert sind, wolle man die Hand reichen. Denen aber, die zu Lasten der medizinischen Grundversorgung der Tönisvorster Bürger und der Mitarbeiter im Krankenhaus Wahlkampf führen wollen, sagt das Aktionskomitee seinen entschiedenen Widerstand an.
Fortsetzung im Heimatbrief Nr. 142 Als äußeres Zeichen des Erfolges vom "Kampf der Tönisvorster um den Erhalt
ihres Krankenhauses" zeugt nach der Umstrukturierung unseres Krankenhauses auch
dessen Umbau. Für die Gesamtmaßnahme hat die Stadt Tönisvorst rund sechs Millionen Mark
bereitgestellt. Seit dem 1. September 1999 ist das Hospital in Tönisvorst in seine neue
Form übergegangen. Die neue Geriatrie hat als Rehabilitationseinrichtung unter der Leitung von Chefarzt Dr. Friedhelm Caspers ihren Betrieb am 1. September aufgenommen. Neben dem Chef besteht das Team der Geriatrie aus dem Oberarzt Hanns Peter Klasen, rund 13 Pflegekräften und sechs therapeutischen Mitarbeitern. Der Versorgungsvertrag sieht in dieser Abteilung 25 stationäre und fünf teilstationäre Betten vor. 40 Patienten können hier insgesamt aufgenommen werden. Davon kann man zunächst rund zehn Patienten teilstationär betreuen. "Der Versorgungsvertrag gibt das her," so Chefarzt Dr. Caspers. Der Therapiebereich und der größte Teil des Bettentraktes sind bereits fertiggestellt und voll funktionsfähig. Der Patient findet hier eine Therapieeinheit mit kurzen Wegen und modernen und funktionell eingerichteten Doppelzimmern vor. In dieser Umgebung, in der sich jeder wohlfühlt, wird der ältere Mensch wohnortnah und gut rehabilitiert. Der Bau der neuen Geriatrie kostet allein rund 3,2 Millionen Mark. Die bestehende Fachabteilung Innere Medizin unter dem Ärztlichen Direktor des Krankenhauses, Chefarzt Dr. Erich Tizek, hat am 1. September mit 80 Betten ihren neustrukturierten Dienst aufgenommen. Trotz Beeinträchtigung und aller Probleme während der Umbauphase hatte Dr. Tizek stets Vollauslastung seiner Abteilung zu verzeichnen. Im Februar dieses Jahres betrug die Spitzenauslastung sogar 133 Prozent. Doch wie setzte sich der Kampf um den Erhalt unseres Krankenhauses seit der letzten Folge fort? Die Aktivisten des Tönisvorster Aktionskomitees pro Krankenhaus haben im Juli dieses Jahres, im Einvernehmen mit der Antonius-GmbH-Geschäftsleitung, den Ärzten und MitarbeiterInnen in der chirurgischen Ambulanz Patienten nach ihren Erfahrungen im Tönisvorster Krankenhaus befragt. Komiteesprecher Günter Wolfs dazu: "Wir wollten keine gefilterten Aussagen einholen und hatten nach dem Zufallsprinzip an acht Werktagen innerhalb von drei Wochen die Befragung mit unseren Komiteeleuten durchgeführt." Fast 100 Fragebögen wurden von Frauen und Männern unterschiedlichen Alters ausgefüllt. Das Ergebnis der Blitzbefragung wurde von den Komiteemitgliedern ausgewertet und der Klinikleitung sowie den MitarbeiterInnen vorgelegt. Es konnte sich mehr als sehen lassen. Man hatte die Befragten ausdrücklich zu kritischen Anmerkungen ermuntert. Das Ergebnis der Befragung lautete: 95 Prozent der Patienten waren mit der medizinisch-fachlichen Behandlung sehr zufrieden, auch die persönliche Zuwendung innerhalb der Betreuung fanden 93 Prozent sehr gut. Für ihre Höflichkeit bekamen die Mitarbeiter des Krankenhauses zu 91 Prozent beste Noten. Einige Patienten machten zusätzliche Bemerkungen. Eine Frau lobte die persönliche Atmosphäre, ein anderer Patient meinte, er sei noch nie in einem so ansprechenden Krankenhaus gewesen. Diese Umfrage hatte zum Ziel, Anregungen, Kritik und Wünsche von Patienten in die Neuorganisation der chirurgischen Ambulanz des Tönisvorster Krankenhauses einfließen zu lassen. In einer Pressemitteilung gab das Aktionskomitee über Komiteesprecher Günter Wolfs
Mitte Juli Antworten auf häufige Fragen der Tönisvorster Bürger über die künftige
Chirurgie, über durchführbare Operationen und was sich für die Patienten ändert. Sowohl der Geschäftsführer des Tönisvorster Krankenhauses, Dipl.-Kfm. Klaus Becker, als auch der Komiteesprecher Günter Wolfs bemühten sich darüber hinaus, in Gesprächen mit den in Tönisvorst operierenden Gynäkologen um eine Möglichkeit auch im Rahmen der neuen Kurzzeit-Chirurgie gynäkologische Eingriffe im Tönisvorster Krankenhaus zu ermöglichen. Die Gynäkologen setzen sich ebenfalls im Interesse ihrer Patientinnen für eine adäquate, operative, gynäkologische Versorgung ein. Eine Fortsetzung der ausgezeichneten gynäkologischen Belegabteilung war seinerzeit in den Verhandlungen mit den Krankenkassen und mit der Landesregierung nicht durchsetzbar. Umso erfreulicher wäre es, wenn im Rahmen des Versorgungsvertrages möglichst viel aus diesem Bereich erhalten bliebe. Bei der Leistungserbringung nach dem Versorgungsvertrag gilt demnächst in Tönisvorst das Prinzip: ambulant vor stationär. Das Krankenhaus ist dabei ausdrücklich zur Qualitätssicherung verpflichtet. Das heißt, eine ambulante Operation mit einer maximalen Verweildauer von 24 Stunden ist nur dann vertretbar, wenn kein Risiko für den Patienten entsteht. Selbst wenn eine ambulante Operation geplant war, kann der Patient bei Bedarf im Krankenhaus aufgenommen werden. Trotz der Begrenzung auf fünf Tage werden die meisten der bisher vorgenommenen Operationen auch in Zukunft in Tönisvorst möglich sein. Durch eine enge Verzahnung mit den niedergelassenen Ärzten wird in der vorstationären Phase Zeit gewonnen werden. Notwendige Voruntersuchungen können in Absprache mit dem behandelnden Arzt durch diesen selbst, oder bei Bedarf, vor der stationären Aufnahme in der Klinik vorgenommen werden. Für die Beratung und Untersuchung durch die Anästhesie gilt das Gleiche. Auch die gezielte Einbindung der niedergelassenen Ärzte und häuslicher Krankenpflege in die nachstationäre Phase nach Operationen bringt Möglichkeiten der Verkürzung des stationären Aufenthaltes in der Klinik. Alle Tönisvorster Leistungserbringer im Gesundheitswesen sind aufgefordert, gemeinsam optimale Verhältnisse im Interesse der Patienten zu verwirklichen. Hierdurch wird sich Tönisvorst im Interesse der zu behandelnden Patienten nicht nur für die Krankenkassen zum Modell entwickeln. Dies gilt insbesondere, wenn es gelingt, alle, die sich in den vergangenen Jahren für den Erhalt des Tönisvorster Krankenhauses eingesetzt haben, auch weiterhin ans Krankenhaus zu binden. Auch andere Krankenhäuser ähnlicher Größe wie in Tönisvorst werden in Zukunft nicht mehr alle Operationen wie bisher durchführen können. Spezialisierung und die enorm steigenden Kosten für Spezialgeräte werden überall zum Umdenken zwingen. Die Rahmenbedingungen des "Gesundheitsstrukturgesetzes 2000" werden zusätzlichen Druck zur Reorganisation bewirken. Das Krankenhaus in Tönisvorst ist dann anderen Einrichtungen einige Schritte voraus. Die Bemühungen der Geschäftsführung des Tönisvorster Krankenhauses, auch nach der Umstellung des Hospitals ambulante Operationen aus dem Bereich der Gynäkologie möglich zu machen, haben inzwischen zu Lösungen geführt. Mit den niedergelassenen Gynäkologen Franz-Ludwig Meyer und Dr. Herbert Mathiszik arbeitet man bereits kooperativ zusammen. Erfreulich ist zu vermerken, dass die Tönisvorster Politiker dem Wunsch des Aktionskomitees, das Thema Krankenhaus aus dem Kommunalwahlkampf herauszuhalten, nachgekommen sind. Hierdurch konnten die notwendigen Entscheidungen im Antoniuszentrum-GmbH-Aufsichtsrat und in der Gesellschafterversammlung zügig beschlossen werden. "Entlassungen", hebt der Geschäftsführer der Antoniuszentrum GmbH, Dipl.-Kfm. Klaus Becker, hervor, "hat es auf Grund der Umstrukturierung des Krankenhauses nicht gegeben". Die Weichen für unser Tönisvorster Krankenhaus sind nun auf "Freie Fahrt" gestellt. Das Führungsteam des Krankenhauses und unsere Kommunalpolitker haben nun die zukünftige Verantwortung für den Fortbestand unseres Krankenhauses. Die Aktivisten des Tönisvorster Aktionskomitees pro Krankenhaus und die Tönisvorster Bürger werden sicherlich auch in Zukunft darauf achten, dass der "Zug" Tönisvorster Krankenhaus immer genügend "Dampf im Kessel" hat. Andernfalls wird man auf "Warnpfiffe" wieder kampfbetont reagieren. Abschließend wünsche ich unserem Tönisvorster Krankenhaus eine allzeit stabile Zukunft. |